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Blastozystenkultur*

Aus der befruchteten Eizelle entsteht durch Verschmelzung des mütterlichen und väterlichen Vorkernes im Laufe des ersten Tages der Embryo. Der Embryo beginnt, sich zu teilen, und erreicht unter optimalen Bedingungen nach 2 bis 3 Tagen das 4- bis 8-Zellstadium. Dieser Zeitpunkt hat sich für den Embryotransfer bei einer IVF- oder ICSI-Therapie bewährt.

Durch den medizinischen Fortschritt ist es möglich geworden, Embryonen für 5 Tage bis zum Blastozystenstadium zu kultivieren. Das spätere Zurücksetzen der Embryonen am Tag 5 erlaubt es, die Entwicklung der Embryonen länger zu beobachten. Dabei erreicht nur etwa jede dritte befruchtete Eizelle das Blastozystenstadium. Eine Blastozyste hat jedoch grundsätzlich eine höhere Wahrscheinlichkeit, sich einzunisten und damit zu einer Schwangerschaft zu führen. Eizellgewinnung und Embryotransfer erfolgen am Standort Dortmund.

Aufgrund des Embryonenschutzgesetzes dürfen In Deutschland nicht mehr als drei befruchtete Eizellen weiterkultiviert werden. Die verlängerte Kultivierung dieser Eizellen bis zum Blastozystenstadium und der Blastozystentransfer sind erlaubt. Überzählige befruchtete Eizellen müssen im Vorkernstadium kryokonserviert oder verworfen werden. Die Kosten für die Balstozystenkultur werden nicht durch die gesetzliche Krankenversicherung übernommen.

Wörterbuch

Blastozyste = fortgeschrittenes Teilungsstadium eines Embryos, das durch die Ausbildung eines flüssigkeitsgefüllten Hohlraumes gekennzeichnet ist
Blastozystenkultur = verlängerte Embryokultur = Kultivierung der Embryonen außerhalb des Körpers für 5 Tage
Blastozystentransfer =
Rückführung der Blastozysten
Kryokonservierung = Einfrieren und Lagerung von Gewebe
Vorkernstadium = befruchtete Eizelle vor der Verschmelzung des mütterlichen und väterlichen Zellkerns = letztes Stadium vor der Entstehung eines Embryos