Hormonbehandlung

Hormonelle Unterstützung der Eizellreifung

Bei Zyklusstörungen oder wenn ein ungenügendes Follikelwachstum festgestellt wurde, kann die Eizellreifung mit Medikamenten unterstützt werden. Die einfachste Methode ist die Einnahme von 1 – 2 Clomifentabletten vom 5. bis zum 9. Zyklustag. Die zweite Möglichkeit besteht in einer niedrigdosierten Gonadotropinbehandlung. Dabei wird der Wirkstoff (die Gonadotropine FSH und/oder LH) täglich subkutan gespritzt. In beiden Fällen wird das Follikelwachstum ab dem 10. bis 12. Zyklustag mittels Ultraschall überwacht. Auch der mit dem Follikelwachstum verbundene Hormonanstieg wird durch Blutentnahmen zur Hormonbestimmung kontrolliert. Wenn der Follikel eine Größe von 18 mm erreicht hat, ist die darin befindliche Eizelle reif und der Eisprung wird durch eine weitere subkutane Spritze ausgelöst. Daraufhin kann der optimale Zeitpunkt für Geschlechtsverkehr oder eine Insemination festgelegt werden.

Postkoitaltest

Am Morgen nach gezieltem Geschlechtsverkehr kann der Zervixschleim mikroskopisch untersucht werden. Dafür wird während der gynäkologischen Untersuchung mit einer kleinen weichen Pipette ein Tropfen Sekret aus dem Gebärmutterhalskanal gewonnen. Anhand der Spermienanzahl und –beweglichkeit im Zervixschleim kann die Fruchtbarkeit und damit die Chance auf eine natürliche Empfängnis unter dem Mikroskop beurteilt werden.

Wörterbuch

Follikel = Eibläschen
Gonadotropine = Hormone, die den Eierstock/das Follikelwachstum stimulieren
subkutan = lateinisch unter der Haut
FSH = Follikelstimulierendes Hormon
LH = Luteinisierendes Hormon = den Eisprung auslösendes Hormon
PCT = Postkoitaltest
Zervix = Gebärmutterhals