Kryokonservierung*

Wenn bei einer IVF- oder ICSI-Therapie mehr befruchtete Eizellen entstehen, als für den Embryotransfer vorgesehen sind, können diese eingefroren werden. Die Lagerung erfolgt im Vorkernstadium in flüssigem Stickstoff bei -196 Grad Celsius und ist über viele Jahre ohne Qualitätsverlust möglich. Sollte die erste Behandlung nicht zu einer Schwangerschaft geführt haben oder nach Geburt eines Kindes ein weiterer Versuch für ein Geschwisterkind anstehen, kann auf die eingefrorenen Zellen zurückgegriffen werden.

Die aufgetauten Zellen entwickeln sich ganz normal, eine gesundheitliche Beeinträchtigung des entstehenden Embryos oder des Kindes ist nicht zu befürchten. Die Schwangerschaftsrate nach Kryokonservierung liegt mit knapp 20 Prozent je Embryotransfer etwas unter den Erfolgschancen einer herkömmlichen IVF- oder ICSI- Therapie.

Der Vorteil einer Behandlung mit eingefrorenen befruchteten Eizellen besteht in der deutlich geringeren Belastung für die Frau: Hormonelle Behandlung, Follikelpunktion und Narkose entfallen. Die Kryokonservierung und der Embryotransfer erfolgen am Standort Dortmund. Die Gefahr eines Überstimulationssyndroms besteht nicht. Die anfallenden Kosten sind niedriger, werden jedoch nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Auch Hodengewebe und Sperma können in flüssigem Stickstoff eingefroren und gelagert werden.

Anwendungsmöglichkeiten der Kryokonservierung:

Wörterbuch

Kryo = griechisch Kälte
conservare = lateinisch erhalten, retten, bewahren
Kryokonservierung = Einfrieren und Lagerung von Gewebe
Vorkernstadium = befruchtete Eizelle vor der Verschmelzung des mütterlichen und väterlichen Zellkerns = letztes Stadium vor der Entstehung eines Embryos
Überstimulationssyndrom =  Bildung zu vieler Eibläschen durch die hormonelle Stimulation, ggf. mit Zunahme des Bauchumfangs und Schmerzen verbunden